Was bedeutet Schulreife und was können wir tun?



Liebe Eltern,

 

Wird Ihr Kind wird im nächsten Jahr eingeschult?

 

Um Ihr Kind und Sie schon jetzt zu begleiten, möchte ich Ihnen

folgende Anregungen für einen guten Übergang in die Schule mitgeben.

 


 

Zitat:

 

„Zentrales Ziel der Schuleingangsphase ist, alle schulpflichtigen Kinder eines Jahrgangs

 

in die Grundschule aufzunehmen und sie dem Grad ihrer individuellen Entwicklung

 

entsprechend zu fördern. Gleichaltrige Kinder sind in ihrer Entwicklung unterschiedlich.

 

Sie benötigen je nach Entwicklungsstand und Fähigkeiten unterschiedliche Lernzeiten.

 

In der Schuleingangsphase werden alle Schülerinnen und Schüler mit ihren

 

unterschiedlichen Lernvoraussetzungen so unterrichtet, dass sie durch Unterstützung und

 

besondere Herausforderungen in ihren Entwicklungen gefördert werden. Viele Formen

 

des differenzierenden Unterrichts ermöglichen es, Schülerinnen und Schüler auf

 

unterschiedlichen Kompetenzstufen zu fördern.

 

Die Schuleingangsphase kann in einem Jahr, in zwei Jahren oder in drei Jahren

 

durchlaufen werden.

 

Unabhängig von der individuellen Verweildauer erwerben alle

 

Schülerinnen und Schüler in der Schuleingangsphase tragfähige Grundlagen für das

 

weitere Lernen in den Klassen 3 und 4.“

 

(www.schulministerium.nrw.de)

 

 

Zitat Ende!

 

 

 

Jedes Kind strebt danach kompetent und selbstständig zu werden: Jedes Kind will lernen.

 

Wie ein Kind denSchulstart erlebt, hängt mehr von seinem allgemeinen Entwicklungsstand

 

als von kognitiven Voraussetzungen ab.

 

Daher ist es falsch, die reine Wissensvermittlung (kognitive Fähigkeiten) als höchsten Wert für einen erfolgreichen Schulstart zu sehen.

 

Schulfähigkeit wird als Entwicklungsaufgabe der Grundschule verstanden.

 

Jede Lernbiographie ist individuell, die Verweildauer in der Schuleingangsphase variiert jenach Entwicklungsstand.

 

Darauf stellen sich Schulen ein, indem sie den Anspruch derindividuellen Förderung

 

- entsprechend ihrem Schulprofil - umsetzen.

 


 

  • Kontakt mit anderen Kindern (Sozialverhalten) 
  • eigene Bedürfnisse wahrnehmen, aber auch mal hinten anstellen können 
  • nicht immer gewinnen müssen 
  • Kompromisse in Spielsituationen finden
  • andere Kinder und deren Bedürfnisse wahrnehmen und respektieren
  • lernen mit Frustrationen umzugehen
  • sich entschuldigen können bei Fehlverhalten
  • anderen Kindern zuhören und diese ausreden lassen
  • die eigene Kraft im Spiel mit anderen Kindern einschätzen

 

Alltagswissen/Können

 

·

 

  • Toilettengang alleine und fachgerecht durchführen
  • Fragen zur Familie beantworten: Name, Adresse, Geschwister ...·
  • den sicheren Schulweg einüben
  • Sprechen und Verstehen
  • deutlich und angemessen laut sprechen
  • kleine Geschichten verständlich erzählen können
  • Fragen stellen
  • eigene Gefühle/Bedürfnisse benennen und äußern können
  • mündliche Anweisungen aufnehmen und umsetzen
  • zuhören können, aussprechen lassen
  • Bewegungen mit dem Körper (Grobmotorik)
  • Treppen sicher begehen (im Wechselschritt)
  • balancieren auf einem Seil, Gleichgewicht halten (Roller/Fahrrad fahren)
  • auf einem Bein stehen (auch mitgeschlossenen Augen)
  • einen Ball werfen und fangen
  • über eine Linie hüpfen (auch mit geschlossenen Beinen)
  • klettern
  • rückwärts laufen können
  • Bewegungen mit der Hand (Feinmotorik)
  • Stifthaltung (Pinzettengriff)
  • Umgang mit Bleistift, Radierer, Buntstift, Schere, Anspitzer und Kleber
  • Jacke und Schuhe anziehen (Knöpfe, Reißverschluss und Gürtel schließen und öffnen)
  • Schnürsenkel binden und öffnen (ansonsten bitte Schuhe mit Klettverschluss)

 

Wahrnehmung

 

 

  • Farben erkennen, benennen und unterscheiden
  • Gegenstände, Zahlen, Namen merken
  • Gegenstände wiedererkennen, Gegenstände nach Merkmalen ordnen (Form/Farbe)
  • Gegenstände vergleichen (größer/kleiner, dicker/dünner, höher/niedriger ...)
  • kleine Unterschiede von Gegenständen feststellen
  • hoch/tief, laut/leise, hell/dunkel bei Stimme und Tönen unterscheiden

 

Arbeitsverhalten/Ausdauer/Umgang mit Material

 

 

  • kleine Aufgaben alleine zu Ende bringen
  • bei Ratlosigkeit Hilfe holen
  • eigene Ideen beisteuern
  • sich eine herausfordernde Aufgabe oder Beschäftigung suchen
  • auf vorgegebene Spiele einlassen, ausdauernd und konzentriert spielen
  • das eigene Material ein und auspacken: Tornister, Federmäppchen, Schnellhefter,Turnbeutel
  • selbstständig Lösungswege suchen

 

Viele Dinge lernt Ihr Kind ganz nebenbei, wenn Sie sich regelmäßig mit IhremKind beschäftigen

und den Interessen, seiner Neugier und der Lust zu spielen nachgehen.

 

Um Ihren Blick darauf zu lenken, was Ihr Kind im Alltag alles lernt

(spielerisch und in sinnvolle Aktivitäten eingebunden),

 

hier einige Beispiele:

 

 

  • Sich selbstständig anziehen und fertig machen

 

  • Hilfe dazu: am Vorabend gemeinsam Kleidung aussuchen und bereitlegen,

 

  • Abläufe aufmalen (Zähneputzen, Waschen, ...)

 

  • Gesellschaftsspiele z.B. "Mensch- ärgere-dich-nicht"  und andere Spiele derklassischen Spielesammlung, Memory, Quartett, UNO, ...

 

Ihr Kind lernt zählen und Würfelzahlen, sozialen Umgang, sich an Regeln zuhalten,

 

Frustration auszuhalten und Ehrgeiz zu entwickeln, Spaß am Gewinnenzu haben

und Verlieren zu lernen Sportverein und Spielplatz fördern Bewegung und

Motorik, Koordination, Sozialverhalten, den Kontaktmit Gleichaltrigen und auch die Denkfähigkeit,

z.B. die Verknüpfung derGehirnhälften ein Geschenk einpacken fördert die Feinmotorik

 

(schneiden, falten, Knoten und Schleife, mit Tesafilmkleben)

 

 

Tisch decken

 

 

Ihr Kind lernt zu zählen, Muster zu bilden (z.B. Teller, Besteck, Glas),

 

Koordination, Verantwortung zu übernehmen.

 


 

Zum Schluss...

 

·

 

Versuchen Sie bitte nicht, Ihr Kind selbst zu unterrichten.

 

·

 

Begleiten Sie Ihr Kind in eine situationsgerechte Selbstständigkeit!

 

Unterstützung heißt: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ (Maria Montessori)

 

·

 

Das Vorlesen von Kinderbüchern ist die beste Grundlage, um künftige stabile Lesegewohnheiten anzubahnen.·

 

Wenn Ihr Kind aus eigenem Antrieb ein Interesse für Buchstaben zeigt, dann sagen Sie bitte

die Laute(L wird dann nicht EL ausgesprochen, sondern nur als Laut, ohne das E.

 

 

Freuen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf eine schöne Grundschulzeit.

 

Falls Sie Unterstützung für Ihr Kind oder Beratung für sich selbst wünschen,

dann melden Sie sich bei mir.

In Bezug auf die Schulfähigkeit bin ich bestens geschult und methodisch und materialbezogen ausgerichtet.

 

Liebe Grüße,

Andrea Berghaus