Die Pubertät ist eine Zeit großer Umbrüche – für Kinder und für ihre Familien. Jungen und Mädchen erleben in diesen Jahren tiefgreifende körperliche, hormonelle und seelische Veränderungen.
Vieles fühlt sich neu, fremd oder auch beängstigend an.
Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Selbstständigkeit, während innere Sicherheit oft gerade fehlt.
Eltern erleben ihre Kinder in dieser Phase häufig als „verändert“: empfindlicher, zurückgezogener, impulsiver oder konfliktsuchender.
Doch all das ist kein Zeichen von „schlechtem Benehmen“, sondern Ausdruck eines enormen inneren Entwicklungsprozesses.
Körperliche Veränderungen – der Körper geht voran
Mit Beginn der Pubertät setzt eine intensive hormonelle Umstellung ein.
Bei Mädchen spielen vor allem Östrogen und Progesteron, bei Jungen Testosteron eine zentrale Rolle.
Diese Hormone sorgen für:
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Wachstumsschübe
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Veränderungen der Körperform
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Stimmbruch bei Jungen
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Beginn der Menstruation bei Mädchen
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vermehrtes Schwitzen, Hautveränderungen
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verändertes Schlafbedürfnis
Der Körper entwickelt sich oft schneller, als das Kind seelisch folgen kann. Viele Jugendliche fühlen sich in ihrem eigenen Körper zeitweise unsicher oder unwohl, vergleichen sich stark mit anderen und reagieren empfindlich auf Kommentare von außen.
Hormonelle Veränderungen und Stimmungsschwankungen
Hormone wirken nicht nur auf den Körper, sondern auch stark auf das emotionale Erleben.
Das Gehirn befindet sich im Umbau – besonders die Bereiche, die für Impulskontrolle, Planung und Emotionsregulation zuständig sind.
Typisch in dieser Phase sind:
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schnelle Stimmungswechsel
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starke emotionale Reaktionen
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Rückzug oder plötzliche Nähe
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Reizbarkeit oder Traurigkeit
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das Gefühl, „niemand versteht mich“
Diese Gefühle sind für die Jugendlichen oft genauso überwältigend wie für ihr Umfeld.
Selbstbezogenheit – ein wichtiger Entwicklungsschritt
Viele Eltern erleben ihr Kind in der Pubertät als sehr ich-bezogen.
Gedanken kreisen stark um das eigene Aussehen, die eigene Wirkung, die Meinung anderer oder vermeintliche Fehler.
Diese Selbstbezogenheit ist kein Egoismus, sondern ein notwendiger Entwicklungsschritt:
Das Kind sucht nach einer Antwort auf die Frage: „Wer bin ich – und wie wirke ich auf andere?“
Gleichzeitig ist das Selbstbild häufig fragil. Kleine Bemerkungen können tief treffen, Lob wirkt manchmal unglaubwürdig.
Selbstwert und innere Unsicherheit
Der Selbstwert schwankt in der Pubertät oft stark.
Äußere Rückmeldungen – aus Schule, Freundeskreis oder sozialen Medien – haben enormen Einfluss.
Mögliche Anzeichen eines belasteten Selbstwertgefühls sind:
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starke Selbstkritik
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Angst vor Bewertung oder Versagen
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Rückzug oder Überanpassung
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Wut als Schutz vor Unsicherheit
Hier brauchen Jugendliche Erwachsene, die sehen, stärken und ernst nehmen, ohne zu bewerten oder zu belehren.
Konflikte – ein Zeichen von Entwicklung
Familienkonflikte nehmen in der Pubertät häufig zu.
Grenzen werden hinterfragt, Regeln diskutiert, Autoritäten infrage gestellt. Das kann anstrengend sein – ist aber ebenfalls Teil eines gesunden Ablösungsprozesses.
Hinter vielen Konflikten stehen Bedürfnisse wie:
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mehr Autonomie
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gehört und respektiert werden
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Mitbestimmung
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emotionale Sicherheit
Konflikte sind oft der Versuch, Nähe und Abstand neu auszubalancieren.
Meine Rolle in der Praxis – wertschätzende Begleitung für Kind und Familie
In meiner lerntherapeutischen Praxis begleite ich Kinder, Jugendliche und Eltern durch genau diese herausfordernde Zeit.
Ich verstehe mich dabei nicht als „Problemlöserin“, sondern als Ratgeberin, Übersetzerin und stärkende Begleiterin.
Mein Ansatz ist geprägt von:
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wertschätzender Haltung
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ehrlichem Interesse am Erleben des Kindes
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Verständnis für familiäre Dynamiken
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Stärkung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit
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Raum für Gefühle, Fragen und Unsicherheiten
Jugendliche erleben bei mir einen geschützten Rahmen, in dem sie sein dürfen, wie sie sind, ohne bewertet zu werden.
Eltern erhalten Unterstützung, um ihr Kind besser zu verstehen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Pubertät braucht Beziehung, nicht Perfektion
Die Pubertät ist keine Phase, die „überstanden“ werden muss – sondern eine Zeit, die Begleitung, Geduld und Vertrauen braucht.
Kinder müssen nicht perfekt funktionieren, und Eltern müssen nicht alles richtig machen.
Was zählt, ist Beziehung. Zuhören. Dasein. Und das Wissen:
Entwicklung verläuft nicht geradlinig – aber sie hat ihren Sinn.
Gerne begleite ich Familien auf diesem Weg – fachlich fundiert, empathisch und mit einem offenen Blick für die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes.
Liebe Grüße
Andrea Berghaus





